Tischtennis Stumper , left. Takuya Jin, right

Tischtennis

Tischtennis, das erstmals im Jahr 1874 in England gespielt wurde, ist ein absoluter Weltsport und ein Spiel für jedermann. Spätestens während der Schulzeit stand jeder von uns das erste Mal an einer Tischtennisplatte.

Falls Du daran zweifelst, ob Tischtennis wirklich ein Sport ist, solltest Du Dich einmal mit dem Energiebedarf eines Tischtennisspielers genauer auseinandersetzen. Im Laufe eines Satzes ist dieser nämlich doppelt so hoch wie der eines 100-m-Sprinters. An jedem Wettkampftag verliert ein Tischtennisprofi im Schnitt 3,5 kg Körpergewicht. Wenn das nicht sportlich ist, was dann?

Während Tischtennis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts klar in europäischer Hand war, fand Anfang der 1950er-Jahre ein Machtwechsel statt. Seither kommen 30 der 38 Einzelweltmeister aus Asien. Daneben wurde und wird die Geschichte des Tischtennis besonders durch die stetige Weiterentwicklung der Schlägermaterialien und -beläge geprägt. So kam es in der Vergangenheit zu einigen Überraschungssiegen, die rein auf den Einsatz neuer Materialien zurückzuführen waren.

Heute ist Tischtennis beliebter denn je und verzeichnet allein in Deutschland über 670.000 lizenzierte Spieler. In China ist Tischtennis unangefochtener Nationalsport, was man nicht zuletzt an den über 10 Millionen aktiven Spielern im Land erkennen kann. Grund genug, dass wir uns mit dem Sport Tischtennis etwas genauer befassen.

Tischtennis: Basiswissen

  • Im Jahr 1874 wird eine „moderne“ Form des Tischtennis in England vorgestellt. Sie bildet das Fundament des heutigen Tischtennis. Im Jahr 1901 wird der weltweit erste Tischtennisverband in England gegründet.
  • Mit der Gründung der International Table Tennis Federation im Jahr 1926 wird Tischtennis international reguliert und es dauert nicht lange, bis die erste Weltrangliste veröffentlicht wird.
  • Neben den Olympischen Spielen zählen die Weltmeisterschaft und die World Tour Grand Finals zu den größten Turnieren der Tischtenniswelt.
  • Im Jahr 1954 wird Tischtennis erstmalig im Fernsehen ausgestrahlt: Es ist das Spiel zwischen Deutschland und der Schweiz.
  • Ein Profispieler verliert innerhalb eines Wettkampftages rund 3,5 kg Körpergewicht. Der höchste je gemessene Gewichtsverlust eines Spielers lag bei 8 kg während der WM in Prag 1976.

Die trickreiche Geschichte des Tischtennis

Den ersten offiziellen Vorläufer von Tischtennis finden wir im Jahr 1874. Die Abwandlung vom damals bereits weitverbreiteten Tennis wurde vom englischen Adel gespielt. Im Jahr 1891 schaffte James Gibb den ersten Meilenstein, indem er aus den USA Zelluloid-Bälle mitbrachte, die ein ganzes Jahrhundert des Tischtennis prägen sollten.

Der 1901 gegründete englische Tischtennisverband etablierte eine Regelanpassung, die den Sport prägte und ihm sein heute bekanntes Gesicht gab: Der Aufschlag beim Tischtennis muss seitdem zuerst auf der eigenen Spielseite der Tischtennisplatte aufkommen.

Mit der Zeit entwickelte sich das Tischtennis weiter und fand immer mehr Anhänger, auch in Deutschland. Im Jahr 1925 wurde der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) gegründet und es wurden die ersten offiziellen Meisterschaften in Berlin ausgetragen.

Dem guten Beispiel Deutschlands folgte dann das internationale Tischtennis und gründete im Jahr 1926 die International Table Tennis Federation (ITTF), ebenfalls in Berlin. Im selben Jahr krönte sich der Ungar Roland Jacobi zum ersten Tischtennisweltmeister.

Bereits 1928, also gerade mal 2 Jahre nach der Gründung, veröffentlichte der ITTF die erste Tischtennis-Weltrangliste.

Aufgrund eines über zweistündigen Ballwechsels bei den Weltmeisterschaften 1936 in Wien führte der ITTF im Folgejahr eine Zeitspielregelung ein, die Ballwechsel auf 20 Minuten begrenzte. Gleichzeitig änderten die Organisatoren die Netzhöhe von 17,25 cm auf 15,25 cm. So sollten Punkte leichter zu erzielen sein. 

Die erste Materialrevolution folgte im Jahr 1951. Der Österreicher Waldemar Fritsch schlug damals einige der international besten Spieler bei den Weltmeisterschaften. Grund dafür war sein Schlägermaterial. Der neumodische Schwammbelag sorgte für mehr Schnitt in den Schlägen und ein höheres Tempo.

Mit der Weltmeisterschaft 1952 in Bombay betrat eine neue Tischtennismacht die Bühne: Hiroji Satō wurde als erster Spieler aus Asien Tischtennisweltmeister. Dies markiert den Anfang einer Ära. Seither gingen die Weltmeistertitel – bis auf 8 Ausnahmen – ausschließlich nach Asien.

Im Jahr 1958 findet die erste Tischtennis-Europameisterschaft in Budapest statt.

Ein weiterer Material-Coup führte Rong Guotuan als ersten Chinesen auf den Weltmeisterthron im Jahr 1959. Sein Schläger besaß eine Kombination von Schwammbelägen und Noppengummis, heute bekannt als „Noppen-Außen“. Die Materialschlacht ging 1960 weiter, als Japan durch den Einsatz von Sandwich-Belägen mit Noppen innen den heute üblichen Topspin beim Schlag entwickelte.

Bei der Heim-WM 1969 in München gelang Eberhard Schöler mit dem Vize-Weltmeistertitel die beste Platzierung eines Deutschen bei einer Tischtennisweltmeisterschaft.

Bei der WM 1979 in Pjöngjang entdeckten die Ungarn zufällig die positiven Effekte des Frischklebens der Schlägerbeläge und gewannen so den Team-Weltmeistertitel. 

Aufgrund immer neuer Materialien und Beläge wird 1983 die farbliche Kennzeichnung der jeweiligen Beläge reguliert. Zuvor hatten sich Spieler durch häufiges Drehen der Schläger und somit Wechseln der Beläge nicht ersichtliche Vorteile verschafft. Da einige Hersteller auch die neue Regelung austricksten, wurde die Regel 1985 überarbeitet und die bekannte Farbkombi Rot/Schwarz festgelegt. 

Im Jahr 1988 ist Tischtennis erstmals bei den Olympischen Spielen in Seoul vertreten. Nur ein Jahr später kommt es bei der WM in Dortmund zum bisweilen einzigen deutschen Weltmeistertitel, den sich Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner im Herrendoppel sicherten.

Im Jahr 2000 beschloss der ITTF, den Durchmesser eines Tischtennisballes von 38 mm auf 40 mm zu erhöhen. Eine nächste große Änderung trat 2001 in Kraft, als das Punktesystem von 21 Punkten auf 11 Punkte zum Satzgewinn reduziert wurde. Seither geht ein Spiel über maximal 5 Gewinnsätze bzw. 7 Gewinnsätze bei Großturnieren.

Seit 2014 werden die klassischen Zelluloid-Bälle bei internationalen Turnieren durch Plastikbälle ersetzt.

Tischtennis: DAZN Bet-Quiz

Tischtennis ist eine der bekanntesten und am meisten gespielten Sportarten der Welt. Dieses Spiel erreicht jede Altersgruppe und fand überall auf der Welt Einzug. Spätestens mit der Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele hat sich Tischtennis auch als Profisport etabliert. Mit dem DAZN-Quiz kannst Du Dein Tischtenniswissen auf den neuesten Stand bringen!

Wer gewann die meisten Weltmeistertitel im Einzel?

Der Ungar Victor Barna ist bis heute der Rekordweltmeister im Tischtennis-Einzel. In seiner Karriere von 1929 bis 1954 gelang es Barna insgesamt 22 Mal die Goldmedaille zu gewinnen. Zudem stehen 7 Vize-Weltmeistertitel und 11 dritte Plätze für ihn in den Geschichtsbüchern. Auf Platz 2 der Liste liegt sein Landsmann Mária Mednyánszky mit insgesamt 18 WM-Titeln.

Wer zählt zu den erfolgreichsten Tischtennisspielern aller Zeiten?

Auch wenn Victor Barna die Liste der WM-Sieger deutlich anführt, ist er nicht zwingend der erfolgreichste Tischtennisspieler aller Zeiten. Der Chinese Ma Long ist mit aktuell 64 Monaten an Platz 1 der Weltrangliste der erfolgreichste Spieler aller Zeiten. Dicht auf seinen Fersen sind seine Landsleute Wang Liqin und Fan Zhendong.

Welches war das bestbesuchte Tischtennisturnier aller Zeiten?

Der deutsche Zuschauerrekord wurde bei einem Bundesligaspiel im Jahr 2015 in Hamburg aufgestellt. Insgesamt über 5.000 Zuschauer sahen die Partie zwischen Borussia Düsseldorf und dem TTC Fulda-Malberzell. Normalerweise liegen die durchschnittlichen Zuschauerzahlen in der Liga bei rund 400 Zuschauern pro Spiel.

Welche ist die erfolgreichste Tischtennisnation?

Betrachtet man die aktuelle Weltrangliste, wird einem schnell klar, dass China die erfolgreichste Nation im Tischtennis ist. Und auch ein Blick auf die ewigen Medaillenspiegel der Weltmeisterschaften unterstreichen das. China liegt mit 151 Goldmedaillen, 103 Silbermedaillen und 164,5 Bronzemedaillen klar auf Platz 1 – vor Ungarn mit 68 Goldmedaillen.

Wie alt ist der jüngste Tischtennisprofi Deutschlands?

Die jüngste deutsche Profi-Tischtennisspielerin ist Josi Neumann. Die mittlerweile 13-Jährige wurde im Jahr 2022 im Alter von lediglich 12 Jahren von einem der erfolgreichsten deutschen Tischtennisvereine (TTC Eastside) verpflichtet. Josi Neumann spielt im Schnitt an rund 6 Wettkampftagen im Monat und hat ein Trainingspensum von ca. 22 Stunden je Woche.