Australian Open - Federer vs Tsgona

Tennis-Majors: Australian Open

Die Australian Open kennst Du vielleicht unter dem Namen „Happy Slam“. Das Turnier leitet die Grand-Slam-Saison ein und ist der erste der vier großen Wettbewerbe. Danach geht es nach Frankreich, England und in die USA. Das Turnier in Melbourne findet jedoch in der Regel den meisten Zuspruch bei den Fans – der Happy Slam macht eben am meisten Spaß, sowohl beim Spielen als auch beim Zusehen.

Gemeinsam mit den anderen Turnieren im Grand Slam bilden die Australian Open den wichtigsten Wettbewerb des internationalen Tennissports. Hier werden außerdem die höchsten Preisgelder bezahlt. Insgesamt sollen in diesem Jahr 75 Millionen australische Dollar an die verschiedenen Sieger ausgezahlt werden.

Immer war das allerdings nicht so. Nach der Einführung des Turniers im Jahr 1905 gehörten die Australian Open – damals noch Australasian Championships – eher zu den unbeliebten Wettbewerben im Tennissport. Das lag vorwiegend an der langen Anreise: Damals hätten wir über einen Monat gebraucht, um nach Australien zu kommen. Das führte dazu, dass in den ersten Jahren vorwiegend australische und neuseeländische Spieler teilnahmen. Im Laufe der Zeit änderte sich das allerdings und der Wettbewerb fand immer mehr Zuspruch im internationalen Rahmen.

Zudem machten die Australian Open im Laufe der Zeit einige Änderungen durch. Früher spielten die Teilnehmer noch auf Gras, während heute in vielen Austragungsstätten spezielle Hartplätze zur Verfügung stehen. Und auch die Teilnehmer änderten sich: Vor dem Beginn der „Open Era“ im Jahr 1969 war das Turnier nur für Amateure zugänglich – erst danach durften auch Tennisprofis mitspielen. In dem Jahr bekam das Turnier auch endgültig seinen noch heute verwendeten Namen „Australian Open“.

In den 1970ern war dann auch die Anreise lange nicht mehr so beschwerlich, wie zur Anfangszeit des Turniers. So fanden mit der Zeit auch einige deutsche Spieler ihren Weg nach Australien, nahmen an den Australian Open teil und gingen in die Grand-Slam-Geschichte ein. Wenn wir an dieser Stelle einen Namen erwähnen, dann den der Tennis-Legende Steffi Graf. Sie gewann als Einzige in der Geschichte den sogenannten Golden Slam. Im Jahr 1988 konnte sie alle vier Grand-Slam-Turniere eines Jahres für sich entscheiden und gewann zusätzlich die Goldmedaille bei Olympia im selben Jahr. Zwar konnten auch andere Spieler nach ihr den Grand Slam, also alle vier Grand-Slam-Titel in Folge, gewinnen, aber niemand schaffte bis heute dieselbe Kombination mit Olympia-Gold.

Im Verlauf der Australian Open kamen noch so einige weitere Stars vor. Wir sehen uns einige der erfolgreichsten Tennisspieler im Turnier an und tauchen tiefer in die Geschichte des traditionsreichen Tennisturniers ein.

Grundwissen zu den Australian Open

  • Das Turnier startete als Australasian Championships zum ersten Mal 1905. Es wurde von der Australasian Lawn Tennis Association organisiert und der Wettbewerb wurde wechselweise in Australien und Neuseeland durchgeführt.
  • Weibliche Teilnehmer sind seit 1922 dabei: In dem Jahr wurden Dameneinzel und -doppel, sowie das gemischte Doppel (Mixed) eingeführt.
  • Im selben Jahr wandte sich Neuseeland von dem Vorhaben ab. Ab 1927 trägt das Turnier deshalb den Namen Australian Championship.
  • 1969 beginnt die „Open Era“ des Turniers. In dem Jahr wird es auch in Australian Open umbenannt und behält diesen Namen bis heute bei.
  • Die Australian Open sind das erste von 4 Grand-Slam-Turnieren. Die anderen sind die French Open, Wimbledon und die US Open. Das Turnier findet jedes Jahr Ende Januar/ Anfang Februar statt und ist das jüngste der Grand-Slam-Turniere.
  • Alle Turniere im Grand Slam – und damit auch die Australian Open – werden in einem K.-o.-System gespielt. Am Anfang nehmen in der Kategorie Einzel jeweils 128 Spieler bei den Männern und Frauen teil, im Doppel sind es jeweils 64 Paare, im gemischten Doppel 32.
  • 1988 wurde für die Australian Open dauerhaft der Melbourne Park als Austragungsort festgelegt – damals noch Flinders Park. In dem Jahr gewann die deutsche Tennis-Legende Steffi Graf die Australian Open, alle folgenden Grand-Slam-Turniere in dem Jahr und die olympische Goldmedaille. Somit holte sie sich als Erste und bisher Einzige den „Golden Slam“.
  •  Die Rekordgewinner in dem Wettbewerb seit 1969 sind: Novak Djokovic bei den Herren, sowohl im Einzel (9 Gewinne), als auch gleichzeitig in allen anderen Kategorien, und bei den Damen Serena Williams im Einzel (7 Gewinne) und Martina Navrátilová in allen Kategorien (12 Gewinne insgesamt, davon 3 im Einzel, 8 im Doppel und 1 gemischten Doppel).

Die großartige Geschichte der Australian Open

Die Entstehung der Australian Open ist eng mit dem Start des Davis Cups verknüpft. Dieser wichtige internationale Wettbewerb wurde im Jahr 1900 ins Leben gerufen: Dabei traten Nationalmannschaften im Herrentennis aus der ganzen Welt gegeneinander an. Australien und Neuseeland wollten auch am Davis Cup teilnehmen. Angesichts dessen entstand im Jahr 1904 die Australasian Lawn Tennis Association (ALTA, heute bekannt als Tennis Australia oder TA). Man wollte den australischen und neuseeländischen Tennissport organisieren, um ebenfalls eine beste Mannschaft ins Rennen um die internationale Trophäe zu schicken.

Im folgenden Jahr, 1905, fand die erste Amateur-Meisterschaft in Melbourne statt. 17 Teilnehmer aus Australien und Neuseeland gingen dabei an den Start. Rodney Heath wurde zum ersten Gewinner der Australasian Championships. Damals war das Turnier noch lange nicht so groß wie heute. Der Tennissport wurde in den beiden Ländern nicht zentral organisiert und es gab viele konkurrierende Wettbewerbe.

Bis 1922 wurden die Turniere im Wechsel in Australien und Neuseeland ausgetragen – bis Neuseeland die Partnerschaft beendete. Im selben Jahr wurden mehr Kategorien hinzugefügt – nun durften auch die Damen antreten. Es kamen Dameneinzel, Damendoppel und zusätzlich das gemischte Doppel hinzu. Im Jahr 1927 benannte man den Wettbewerb offiziell in Australian Championships um.

In der Geschichte der Australian Open gab es zwei Zwangspausen. Von 1916 bis 1918 und von 1941 bis 1945 sorgten die beiden Weltkriege dafür, dass das Turnier nicht stattfand.

Die Umbenennung zum auch heute noch verwendeten Australian Open folgte im Jahr 1969. Dieses Jahr läutete auch die sogenannte „Open Era“ des Wettbewerbs ein. Bei dem inzwischen offenen Turnier durften alle teilnehmen, auch Profispieler.

Bis in die frühen 1980er hatte es das Turnier schwer. Für die meisten Spieler war das Land zu weit entfernt, die Anreise zu beschwerlich – und das Preisgeld zu niedrig. Dies hatte zur Folge, dass viele der weltweit besten Spieler nicht antraten. Im Laufe der Zeit änderte sich dies jedoch langsam und immer mehr internationale und bedeutende Spieler kamen.

Seit 1972 ist Melbourne der feste Austragungsort des Turniers. Zuerst fanden die Australian Open im Kooyong Lawn Tennis Club statt und später, seit 1988, im Flinders Park, der heute Melbourne Park heißt. Heute haben zudem die Margaret Court Arena, die Rod Laver Arena und die Melbourne Arena Schiebedächer. Die Matches können so bei jeder Witterung ausgetragen werden.

Wo früher auf Gras gespielt wurde, spielte man ab 2008 auf Plexicushion-Hartplätzen. Im Jahr 2020 wurden diese von den sogenannten GreenSet-Belägen abgelöst.

Seit 2021 hält die Digitalisierung immer stärker Einzug bei den Australian Open. Das elektronische Liniensystem Hawk Eye sorgt dafür, dass kein Linienrichter mehr nötig ist – alles ist sensor- und computergesteuert. Die Australian Open sind somit der erste Grand Slam, der sich vollständig auf die Technologie verlässt.

Zeitleiste zu den Australian Open

  • 1900: Der Davis Cup entsteht als wichtigstes internationales Turnier im Tennissport. Dies löst erste Gedanken aus, wie sich der australische und neuseeländische Tennissport organisieren könnte, um daran teilzunehmen.
  • 1904: Die Australasian Lawn Tennis Association (ALTA) wird gegründet, um den Tennissport in Australien und Neuseeland zu organisieren. Ziel ist es, ebenfalls am Davis Cup teilnehmen zu können.
  • 1905: Das erste Turnier unter dem Namen „Australasian Championships“ wird mit 17 Teilnehmern aus Australien und Neuseeland ausgetragen. Die Austragungsorte wechseln sich in den Folgejahren zwischen den beiden Ländern ab.
  • 1916 bis 1918: Der Wettbewerb pausiert aufgrund des Ersten Weltkriegs.
  • 1922: Neuseeland zieht sich aus der ALTA zurück – der Wettbewerb findet ab da nur noch in Australien statt. Im selben Jahr dürfen erstmals Frauen antreten: Die Kategorien Dameneinzel, Damendoppel, und gemischtes Doppel werden in den Wettbewerb aufgenommen.
  • 1927: Das Turnier wird in „Australian Championships“ umbenannt.
  • 1941 bis 1945: Erneut kommt es zu einer Pause, dieses Mal aufgrund des Zweiten Weltkriegs.
  • 1969: Das Turnier wird in das auch heute noch verwendete „Australian Open“ umbenannt. In dem Jahr wird es überdies zu einem offenen Turnier – die Open Era beginnt. Das bedeutet, dass ab da auch Profispieler antreten dürfen, die sonst in anderen Wettbewerben spielen. Zuvor war die Teilnahme lediglich für Amateurspieler vorgesehen.
  • 1972: Melbourne wird als permanenter Austragungsort festgelegt: bis 1988 im Kooyong Lawn Tennis Club, danach im Flinders Park (heute Melbourne Park).
  • 1988: Steffi Graf gewinnt die Australian Open und im Verlauf des Tennisjahres auch alle anderen Grand-Slam-Turniere und holt sich somit den Grand Slam. Zusätzlich holt sie bei Olympia die Goldmedaille und schafft so als Einzige überhaupt den sogenannten „Golden Slam“.
  • 2008: Man wechselt von Grasplätzen zu Plexicushion-Hartplätzen.
  • 2020: Die Unterlage wird erneut gewechselt – dieses Mal zu GreenSet-Belägen.
  • 2021: Bei den Australian Open werden erstmals keine Linienrichter eingesetzt. An ihre Stelle tritt die Hawk-Eye-Technologie, die als automatisches Liniensystem agiert.

Ein Blick zurück: Australian Open 2022

Im Jahr 2022 fanden die Australian Open zum 110. Mal statt und wurden vom 17. bis 30. Januar ausgetragen. Die Preisgelder wurden im Vergleich zum Vorjahr etwas erhöht: Für den Sieg des Turniers erhielten die Gewinner im Einzel jeweils knapp 2,9 Millionen australische Dollar bzw. etwa 1,9 Millionen Euro.

Wie immer fand der Wettbewerb im Melbourne Park statt. Hier wurde Ende November der Neubau der Show Court Arena fertiggestellt. Dieser Platz ist der viertgrößte im Melbourne Park und fasst 5.000 Zuschauerplätze.

Aufreger des Turniers war für viele das Ausscheiden von Novak Djokovic. Aufgrund der Covid-Pandemie verlangte Australien, dass alle Spieler eine Impfung vorweisen. Bei Titelverteidiger Djokovic gab es dabei jedoch einige Probleme. Der reiste ohne Impfung und mit einer Sondergenehmigung nach Australien an. Allerdings wurde ihm daraufhin sein Visum wieder entzogen und er musste das Land verlassen. So war es seit vielen Jahren das erste Turnier, bei dem der Serbe nicht dabei war.

Auch einige andere Top-Spieler traten bei den Australian Open 2022 nicht an, wenn auch aus anderen Beweggründen. Ikone Serena Williams und Roger Federer etwa nahmen beide aus medizinischen Gründen nicht an dem Turnier teil.

Somit konnten sich neue Namen in die Gewinnerlisten der Australian Open 2022 vorarbeiten:

  •   Herreneinzel: Rafael Nadal
  •   Dameneinzel: Ashleigh Barty
  •   Herrendoppel: Thanasi Kokkinakis/Nick Kyrgios
  •   Damendoppel: Barbora Krejčíková/Kateřina Siniaková
  •   Gemischtes Doppel: Ivan Dodig/Kristina Mladenovic
  •   Herreneinzel-Rollstuhl: Shingo Kunieda
  •   Dameneinzel-Rollstuhl: Diede de Groot
  •   Herrendoppel-Rollstuhl: Alfie Hewett/Gordon Reid
  •   Damendoppel-Rollstuhl: Diede de Groot/Aniek van Koot

Mit Ashleigh Barty ist endlich wieder eine Australierin unter den Gewinnern des Turniers: Seit dem Sieg von Chris O’Neil im Jahr 1978 konnte sich kein anderer australischer Spieler das Grand-Slam-Turnier im eigenen Land sichern. Es war ihr erster Sieg in der Australian Open und bedeutete zugleich das Ende ihrer Karriere: Die 26-Jährige beendete ihre aktive Tenniskarriere im März 2022.

Bei den Männern konnte Rafael Nadal auf Weltranglistenplatz 2 sich im Einzel durchsetzen. Mit dem ausgeschlossenen Titelverteidiger Djokovic bot sich dem Spanier eine vielversprechende Chance, den Wettbewerb zu gewinnen. Die Nummer 1 der Weltrangliste, Carlos Alcaraz, schaffte es nur bis in die 3. Runde und schied dann aus. Im Finale traf Nadal auf Daniil Medwedew – der wäre ihm auch fast gefährlich geworden. Medwedew schaffte es bereits 2021 in das Finale der Australian Open, unterlag aber damals Djokovic. Das Match Nadal-Medwedew konnte Nadal schließlich nach 5 Sätzen (2:6, 6:7, 6:4, 6:4, 7:5) für sich entscheiden. Damit wurde er mit bisher 22 Titeln zum Rekord-Sieger des Grand Slam.

Die Australian Open: Berühmte Spieler des Wettbewerbs

Die Australian Open gehören zu den großen Events im Tennissport. In der mehr als 100-jährigen Geschichte des Turniers gingen daraus einige berühmte Gesichter, ja sogar Legenden, hervor. Hier stellen wir einige der bekanntesten vor, die in dem Wettbewerb erfolgreich waren.

In der Liste nicht fehlen darf die Tennis-Ikone schlechthin: Steffi Graf hielt in den 70ern bereits mit nur 3 Jahren einen Tennisschläger in der Hand. Bis zu ihrem Karriereende im Jahr 1999 galt sie als ein Wunderkind im Tennissport. Über die Jahre konnte sie 22 Grand-Slam-Turniere gewinnen, davon 4 Mal die Australian Open. Der Höhepunkt ihrer Karriere war der berühmte Golden Slam – den erreichte sie als Einzige in der Geschichte des Grand Slams überhaupt. Im Jahr 1988 gewann sie nicht nur alle 4 Grand-Slam-Turniere in Folge, sondern zusätzlich die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul. Damit nimmt „die Gräfin“ bis heute einen besonderen Platz in der Geschichte des Tennis ein.

Noch ein Deutscher reiht sich in die Liste der Legenden von Melbourne ein: Boris Becker. Die Australian Open gewann er 1991 und 1996. Becker war eines der berühmtesten Gesichter des deutschen Tennis und 1985 der erste Deutsche, der seit der Open Era einen Grand-Slam-Turniersieg in Wimbledon davontragen konnte – damit war er auch der jüngste Spieler, der Wimbledon gewonnen hatte. Insgesamt konnte er 6 Turniere für sich entscheiden, schaffte allerdings niemals den Grand Slam mit allen 4 Turnieren in einem Jahr. Nach seiner aktiven Karriere war Becker noch als Trainer tätig – von 2013 bis 2016 für Novak Djokovic.

Mit Novak Djokovic kommen wir auch schon zum nächsten Tennisstar. Der Serbe führt derzeit die Liste der Rekordgewinner an: 9 Mal gewann er die Australian Open, immer im Einzel. Insgesamt kann er auf 21 Grand-Slam-Titel zurückblicken – nur Rafael Nadal hat noch mehr Titel, nämlich 22. Djokovic hält bis heute den Rekord der meisten Wochen auf Platz 1 der Weltrangliste im Männertennis. In seiner Karriere hat er bis jetzt mehr als 1.000 Spiele bestritten.

Die letzte in unserer Auflistung ist die Amerikanerin Serena Williams. Die Spielerin ist die Spitzenreiterin, was die Grand-Slam-Turniere angeht: 23 Mal konnte sie den Titel gewinnen, jeden davon mindestens 3 Mal. In Melbourne gewann Williams 4 Mal im Einzel. Bei den Olympischen Spielen holte sie 4 Mal die Goldmedaille im Doppel und Einzel. Über die Jahre konnte Serena zahlreiche Auszeichnungen und Awards absahnen, wurde unter anderem mehrmals ITF-Spielerin des Jahres, und führte über viele Saisons hinweg die Weltrangliste der Frauen an.

Die Australian Open: DAZN Bet-Quiz

Das Turnier in Melbourne mit seiner langen Geschichte hat einige Rekorde und interessante Situationen mit sich gebracht. Wir sehen uns einige der wichtigsten Fakten rund um die Australian Open an und testen mit Dir Dein Wissen rund um das Turnier.

Wer hat die Australian Open am häufigsten in Folge gewonnen?

Mit 3 Siegen in Folge hat Novak Djokovic am häufigsten das Herreneinzel gewonnen. Beziehen wir allerdings die alte Ära der Australian Open vor 1969 mit ein, hat ein anderer die Nase vorn: Der Australier Roy Emerson sicherte sich 6 Titel in Folge. Bei den Damen steht Margaret Smith Court auf dem ersten Platz: 11 Mal in Folge konnte sie die Australian Open gewinnen – davon 7 Mal vor 1969.

Wer ist der erfolgreichste Spieler der Australian Open?

Geht es nach den gewonnenen Titeln, bekommt diese Auszeichnung Novak Djokovic für 9 Siege – alle im Einzel. Im Dameneinzel ist Serena Williams mit 7 Titeln die erfolgreichste Spielerin in der Geschichte der neuen Australian Open. Insgesamt konnte aber die tschechische Spielerin Martina Navrátilová am häufigsten gewinnen: 12 Titel im Einzel, gemischten Doppel und Doppel konnte sie für sich entscheiden. Als unumstrittene Legende gilt allerdings Steffi Graf: Die konnte bis jetzt als Einzige in der Geschichte des Turniers den Golden Slam gewinnen, also alle 4 Grand-Slam-Titel in einem Jahr und die Goldmedaille bei Olympia.

Wer gewann unerwartet bei den Australian Open?

Den am wenigsten erwarteten Sieg bei den Australian Open gab es im Jahr 1976: Der Australier Mark Edmondson konnte das Turnier im Herreneinzel für sich entscheiden. Edmondson war damals in der Weltrangliste auf Platz 212 und damit sehr weit hinten. Ein solcher Erfolg ist weder zuvor noch danach einem anderen Spieler gelungen und war ein absoluter Überraschungssieg. Übrigens war Edmondson für eine lange Zeit der letzte Australier, der den Titel gewonnen hat. Das konnte erst Ashleigh Barty im Jahr 2022 wieder ändern, als sie das Dameneinzel für sich entschied.

Was hat es mit der Bezeichnung Happy Slam auf sich?

Die Australian Open kennt man auch unter dem Spitznamen Happy Slam. Das könnte primär daran liegen, dass es der beliebteste Titel unter den Grand Slams zu sein scheint. Bei dem Turnier in Melbourne schauen immer am meisten Fans zu, sowohl vor Ort als auch vor den Bildschirmen. Zudem läuten die Australian Open die Grand-Slam-Saison ein und werden als das entspannteste der Turniere bezeichnet.

Unsere Prognosen: Australian Open 2023

Die Australian Open ging am 16. Januar 2023 in die 111. Runde. Bis zum 29. Januar beweisen die besten der Welt hier wieder ihr Können im Melbourne Park. Russische Spieler dürfen in diesem Jahr aufgrund der Situation in der Ukraine nicht für ihr Land antreten.

Im Herreneinzel verteidigte Rafael Nadal den Titel – doch nicht allzu lange. Unerwartet früh schied der Spanier aus und musste bereits in der 2. Runde das Turnier verlassen, nachdem er dem Amerikaner Mackenzie McDonald unterlegen war. Weltranglistenerster Carlos Alcaraz ist in diesem Jahr aufgrund einer Verletzung nicht dabei, zudem findet die Australian Open ohne Starspieler Roger Federer statt: Der ist 2022 zurückgetreten.

Wieder dabei ist in diesem Jahr dafür Novak Djokovic. Nach seinem Einreise-Debakel 2022 scheint der Serbe so motiviert wie nie zuvor. Die Chancen scheinen für den Rekordgewinner gut zu stehen. Sein Gegner im Halbfinale, Amerikaner Tommy Paul, ist bei Weitem nicht so Grand-Slam-erfahren wie Djokovic. Im Finale würde der Serbe dann auf Stefanos Tsitsipas oder Karen Khachanov treffen – beides sind nicht wirklich Favoriten.

Bei den Damen sind wir richtig gespannt auf den Ausgang. Da sind nämlich im jetzigen Finale nur Überraschungen dabei: Elena Rybakina trifft auf Aryna Sabalenka. Titelverteidigerin Ashleigh Barty ist übrigens nicht bei den Australian Open 2023 angetreten: Die 26-Jährige hatte noch 2022 ihren Rücktritt verkündet. Allgemein vermissen wir einige der größeren Namen aus dem Damentennis in dieser Saison der Australian Open. So fallen beide Williams-Schwestern in diesem Jahr gesundheitsbedingt aus. Und auch Angelique Kerber ist nicht dabei.

Welche der beiden verbleibenden Finalistinnen die Oberhand im Dameneinzel haben wird, ist schwer zu sagen. Elena Rybakina konnte 2022 bereits Wimbledon gewinnen und bringt so Grand-Slam-Erfahrung mit. Sabalenka war bereits mehrmals bei Grand-Slam-Turnieren dabei, hat es allerdings nie weiter als ins Halbfinale geschafft. Trotzdem ist sie für viele die Favoritin im Turnier, nicht zuletzt wegen ihres 5. Platzes auf der Weltrangliste.

Wir sind gespannt, wie die finalen Matches bei den Australian Open 2023 entwickeln. Gewinnt Novak Djokovic, könnte er seine Führung als Rekordsieger ausbauen: Das wäre sein 10. Titel in seiner Karriere bei den Australian Open. Bei den Damen freuen wir uns auf einen neuen Champion und ein Gesicht, das es bis jetzt noch nie auf das Podest in Melbourne geschafft hat. Die Spieler und Spielerinnen könnten so den ersten Stein für die nächsten Grand-Slam-Turniere legen und wer weiß – vielleicht sehen wir in diesem Jahr endlich mal wieder den berühmten Grand Slam!