Straßenradsport Max Kanter

Straßenradsport

Der Straßenradsport erfreut sich vor allem in Europa großer Beliebtheit. Besonders in den Ländern Frankreich, Italien und Spanien ist er ein elementarer Teil der nationalen Sportwelt. Da liegt es nahe, dass auch die drei größten Etappenrennen der Radwelt in diesen drei Ländern ausgetragen werden.

Im vom Weltradsportverband UCI organisierten Straßenradsport werden die Rennen in Eintagesrennen und Etappenrennen unterteilt. Auch Rundstreckenrennen, die in der Regel innerhalb einer Stadt oder einer Region stattfinden, zählen zu den Eintagesrennen. Bestes Beispiel ist hier die berühmte Rundfahrt Lüttich–Bastogne–Lüttich.

Der Radrennsport zählt zu den härtesten Sportarten, denn die Athleten bewegen sich besonders bei Etappenrennen an der Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit. Leider hat sich mit dem steigenden Erfolgsdruck aber auch das Doping im Radsport etabliert. Dies führte dazu, dass einige der erfolgreichsten Radsportler aller Zeiten ihre Erfolge heute kaum noch ihr Eigen nennen können. 

Einer der berühmtesten Fälle ist der von Lance Armstrong, der um die Jahrtausendwende weltweite Berühmtheit erlangte, als er die Tour de France siebenmal in Folge gewann. Aufgrund von Dopingvergehen durfte er jedoch keinen der erreichten Titel behalten.

Mittlerweile scheint die Zeit der großen Dopingskandale im Radsport passé und der UCI versucht, einen neuen, dopingbefreiten Radsport zu betreiben und den Zuschauern näherzubringen. 

Straßenradsport: Grundwissen

  • Mit der Erfindung des Fahrrads im Jahr 1817 startete auch der Siegeszug des Radrennsports.
  • Nachdem 1896 erstmals ein Radrennen bei den Olympischen Spielen stattfand, gründete sich 1900 der UCI als Weltradsportverband.
  • Mit der ersten Tour de France 1903 startete das berühmteste und eines der ältesten Radrennen der Welt.
  • Pro Kalenderjahr gibt es etwa 35 Straßenradrennen. Neben ca. 20 Eintagesrennen finden etwa zwölf kürzere Etappenrennen statt. Highlights des Jahres sind die drei großen, mehrwöchigen Etappenrennen: Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España.

Die dunkle Geschichte des Straßenradsports

Über zwei Jahrhunderte ist es nun schon her, dass Karl von Drais 1817 die Draisine – den Vorgänger des modernen Fahrrads – baute. Rund zwölf Jahre später fand in München das erste Radrennen der Geschichte statt.

Ende des 19. Jahrhunderts feierten einige der heute noch berühmtesten Rennen Premiere – so auch das Eintagesrennen Lüttich–Bastogne–Lüttich (1892) und die Rundfahrt Paris–Roubaix (1896).

Erwähnenswert und für die damalige Zeit eher untypisch ist, dass auch die Radrennen der Frauen einen hohen Stellenwert hatten. Einige der Frauen nahmen sogar an den Männerrennen teil.

1806 fand das erste Radrennen bei den Olympischen Sommerspielen statt. Der Grieche Aristidis Konstantinidis gewann als Erster das 87 km lange olympische Rennen.

Erst vier Jahre später, im Jahr 1900, wurde der UCI gegründet.

Die Tour de France hat ihren Ursprung im Jahr 1903. Auf sechs Etappen überwanden die Radfahrer damals über 2400 km. Als erster Sieger des berühmtesten Radrennens der Welt ging der Franzose Maurice Garin in die Geschichte ein.

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Zeit der italienischen Klassiker. Im Jahr 1905 startete die erste Lombardei-Rundfahrt, 1907 fand erstmals das Rennen Mailand–Sanremo statt und 1909 der erste Giro d’Italia.

1921 veranstaltet der UCI die erste Straßen-Weltmeisterschaft im Radfahren. Die Strecke von 190 km konnte Gunnar Sköld am schnellsten bewältigen und wurde so der erste Weltmeister im Straßenradsport.

Im Jahr 1966 kam es zur Einführung verbindlicher Anti-Doping-Bestimmungen, die den Radsport bis heute prägen sollten. Bei den Athleten kamen die Maßnahmen – insbesondere die unangekündigten Kontrollen – nicht gut an, was diese mit einem Streik während einer Tour-de-France-Etappe kundtaten.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann der Radsport immer mehr an Bedeutung und brachte große Idole hervor. Der Belgier Eddy Merckx gilt als der mit Abstand erfolgreichste Radsportler der 1970er-Jahre. Zu seinen Erfolgen zählen unter anderem drei Weltmeistertitel und fünf Siege beim Giro d’Italia. 

Jedoch sollte sich das Bild des Radsports mit der Einführung der Anti-Doping-Kontrollen wandeln. Allein Eddy Merckx wurde im Laufe seiner Karriere dreimal positiv auf Doping getestet.

Auch die jüngere Geschichte des Radsports ist von zahlreichen Dopingskandalen geprägt. Die Einnahme von unerlaubten Substanzen zur Leistungssteigerung nahm im Radsport rund um den Jahrtausendwechsel systematische Züge an.

Bei der Tour de France 1998 fand man in einem französischen Rennstall hunderte Ampullen des Dopingmittels EPO, was zu weiteren Untersuchungen führte. In der Folge reduzierte sich die Anzahl der Teilnehmer– teils aus Protest und teils durch Ausschluss – fast um die Hälfte. Nahezu sarkastisch, dass sowohl der Toursieger des Jahres, Marco Pantani, als auch der Zweitplatzierte nachträglich ebenfalls des EPO-Dopings überführt wurden.

Es scheint undenkbar, aber bei der Tour de France im Jahr 2006 kam es zu einem noch größeren Dopingskandal. Nach dem Fund riesiger Dopingmengen bei einem Arzt wurden 58 Fahrer vom Wettbewerb ausgeschlossen. Darunter auch die beiden Topfavoriten Ivan Basso und Jan Ullrich. Fast unnötig zu erwähnen, dass der Sieger Floyd Landis nachträglich des Testosteron-Dopings überführt wurde.

Auch einem der erfolgreichsten und berühmtesten Radrennfahrer der heutigen Zeit, Lance Armstrong, wurden nachträglich seine sieben Tour-de-France-Titel aberkannt. 

Sinnbildlich für die Verstrickungen des Radsports im Dopingsumpf ist ein Bericht der Cycling Independent Reform Commission aus dem Jahr 2015, laut dem die UCI selbst in zahlreichen Fällen gegen ihr eigenes Anti-Doping-Regelwerk verstoßen und Athleten bevorzugt hat.

Straßenradsport: DAZN Bet-Quiz

Trotz seiner großen Dopingprobleme in der Vergangenheit ist der Straßenradsport sehr beliebt und angesehen. Denn die Leistungen der Athleten sind kaum mit anderen Sportarten vergleichbar. Auch die lange Geschichte des Radsports sucht in der Sportwelt seinesgleichen. Grund genug also, sich in unserem Quiz etwas intensiver mit dem Radsport auseinanderzusetzen:

Welche Nation gewann die meisten Weltmeistertitel im Straßenradsport?

Beim Blick auf den ewigen Medaillenspiegel der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften ist Belgien mit 33 Goldmedaillen im Einzel der Eliteklasse die erfolgreichste Nation. Zudem holten die Belgier 22 Silber- und 19 Bronzemedaillen. Die Niederländer liegen mit 30 Goldmedaillen nur knapp dahinter.

Wer ist der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten?

Bis heute ist Eddy Merckx aus Belgien der erfolgreichste Radrennfahrer der Geschichte. Er gewann unter anderem fünfmal die Tour de France, fünfmal den Giro d’Italia und dreimal die Weltmeisterschaft. Er ist bis heute der einzige Fahrer, der alle drei großen Etappenrennen und die fünf wichtigsten Eintagesrennen gewinnen konnte. Leider wurde er im Laufe seiner Karriere mehrmals des Dopings überführt.

Welches ist das meistbesuchte Radrennen der Welt?

Das mit Abstand berühmteste und meistbesuchte Radrennen der Welt ist die Tour de France. Über 50 Millionen Menschen verfolgen das Radrennen europaweit im Fernsehen. Auch an der Strecke finden sich im Laufe der Tour mehrere Millionen Zuschauer wieder.

Welcher Radfahrer war am längsten die Nummer 1 der Weltrangliste?

Der Ire Sean Kelly ist mit Abstand führend, was die Anzahl der Wochen an der Spitze der Weltrangliste betrifft. Insgesamt 271,6 Wochen war er die Nummer 1 – und das ununterbrochen. Mit einigem Abstand folgt der Franzose Laurent Jalabert, der auf insgesamt 204,3 Wochen an der Spitze kommt.

Welche sind die bedeutendsten Etappen- und Einzelrennen?

Die drei berühmtesten Etappenrennen des Straßenradsports werden als ‚Grand Tours‘ bezeichnet und umfassen neben der weltberühmten Tour de France auch den Giro d’Italia und die Vuelta a España. Die fünf wichtigsten Eintagesrennen der Welt tragen den Namen ‚Monumente des Radsports‘ und bestehen aus den Klassikern Mailand–Sanremo, der Flandern-Rundfahrt, Paris–Roubaix, Lüttich–Bastogne–Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt.