Snookerweltmeisterschaft und German Masters

Snookerweltmeisterschaft und German Masters

Mitte April ist es wieder so weit: Bei der World Snooker Championship wird der neue Snooker-Weltmeister ermittelt. Wie jedes Jahr treffen sich die besten Spieler im Crucible Theater in Sheffield. 

Bereits rund drei Monate vorher, vom 1. bis 5. Februar, war die Snooker-Gemeinschaft zu Gast in Berlin. Bei den German Masters traten die 32 Profis gegeneinander an, die sich über die Qualifikationsspiele im englischen Leicester für das Ranglistenturnier qualifiziert hatten. Das Finale in Berlin konnte der Engländer Allister Carter deutlich, mit 10:3 Frames gegen seinen Landsmann Tom Ford für sich entscheiden.

Ob dies als direktes Omen für die anstehende Weltmeisterschaft zu deuten ist, bleibt allerdings fraglich. In der aktuellen Saison 2022/23 brachten die bisherigen 12 Ranglistenturniere immerhin ganze 10 verschiedene Sieger hervor. Lediglich der Nordire Mark Allen konnte mit seinen Siegen in Belfast, York und Cheltenham mehrere Turniere gewinnen. 

Wie auch bei den German Masters, wird das finale Teilnehmerfeld für die Snookerweltmeisterschaft vor Turnierbeginn über ein Qualifikationsturnier ermittelt. Lediglich die Top 16 der aktuellen Snooker-Weltrangliste sind automatisch für das große Finalturnier gesetzt und umgehen so die Qualifikationsspiele rund zwei Wochen vor Turnierbeginn.

Damit Du für das große Saisonfinale gerüstet bist, blicken wir mit Dir auf die wichtigsten Infos und die Geschichte der Snookerweltmeisterschaft und der German Masters zurück. 

Snookerweltmeisterschaft und German Masters: Basiswissen

  • Bereits im Jahr 1927 wurde die erste offizielle Snookerweltmeisterschaft ausgetragen. Die German Masters gibt es ursprünglich seit 1995. Seit 2011 sind sie ein festes Ranglistenturnier.
  • Seit 1977 findet die Snookerweltmeisterschaft jährlich im Crucible Theatre in Sheffield statt. Der Austragungsort der German Masters ist seit 2011 das Tempodrom in Berlin.
  • Das offizielle Teilnehmerfeld der Snookerweltmeisterschaft besteht aus 32 Spielern, von denen die Top 16 der Snooker-Weltrangliste bereits gesetzt sind. Bei den German Masters gehen insgesamt 32 Spieler an den Start – ohne Setzliste. 
  • Dem Sieger der Snookerweltmeisterschaft winkt ein Preisgeld über 500.000 Pfund. Insgesamt werden 2.231.000 Pfund ausgeschüttet. Bei den German Masters sind es insgesamt 427.000 Pfund, von denen 80.000 Pfund an den Sieger gehen.
  • Mit insgesamt 15 Weltmeistertiteln ist Joe Davis mit Abstand Rekordsieger bei der Snookerweltmeisterschaft. Den Spitzenplatz bei den German Masters teilen sich Joe Higgins, Ronnie O’Sullivan, Mark Williams, Judd Trump und Allister Carter mit jeweils 2 Siegen.

Die vielseitige Geschichte der Snookerweltmeisterschaft und German Masters

Die erste offizielle World Snooker Championship fand im Mai 1927 in Birmingham statt. Das heutzutage undenkbar erscheinende Preisgeld von 6,10 Pfund sicherte sich Joe Davis, der damit als erster Snooker-Weltmeister in die Geschichtsbücher einging. Das Teilnehmerfeld bestand damals aus nur 10 Spielern.

Den absoluten Tiefpunkt in Bezug auf die Teilnehmerzahl erreichte die Weltmeisterschaft 1931. Hier traten lediglich 2 Spieler an. Das einzige Spiel des Wettbewerbs wurde in Nottingham im Hinterzimmer einer Bar ausgetragen. 

Aufgrund des Zweiten Weltkriegs wurden die Weltmeisterschaften in den Jahren 1941 bis 1945 ausgesetzt. Im Jahr 1946 wurde die erste Snookerweltmeisterschaft nach dem Weltkrieg ausgetragen – und wie in allen bisherigen Turnieren hieß der Weltmeister, zum nun 15. Mal, Joe Davis. Erst im Jahr 1947 schaffte es ein anderer, Snooker-Weltmeister zu werden: Walter Donaldson aus Schottland gewann im Finale gegen Fred Davis.

Im Jahr 1952 kam es zu einem Novum. Infolge eines Streits zwischen Spielern und dem Verband, dem Billiards Association and Control Council (kurz BACC), wurden schließlich zwei separate Weltmeisterschaften ausgespielt. Da in den Folgejahren auch das Interesse an dem von den Spielern ausgetragenen „Professional Matchplay Championship“ stark zurückging, wurde in den Jahren 1958 bis 1963 keine Weltmeisterschaft ausgetragen.

Bei der Wiederaufnahme der Weltmeisterschaft 1964 wurde der bisherige Turniermodus aufgehoben und durch ein Herausforder-Duell ersetzt – ähnlich, wie wir es aus dem Boxsport kennen. Im Jahr 1968 wurde dann die heutige World Professional Billiards & Snooker Association (kurz WPBSA) gegründet. Ab dem Jahr 1969 setzte diese wieder auf das klassische Turnierformat bei der Weltmeisterschaft.

Die WPBSA führte mit der Saison 1976/77 erstmals eine Snooker-Weltrangliste ein und verlegte die Austragung der Snooker-WM an den noch heute gültigen Standort im Crucible Theatre in Sheffield. Dies war der Beginn der „modernen Ära“ des Snookers.

Ab dem Jahr 1978 wurden täglich Spiele im TV übertragen. Dadurch revolutionierte sich der Sport besonders in Bezug auf die Preisgelder und das Leistungsniveau.

Das erste „Maximum Break“ bei einer Weltmeisterschaft, also das Erzielen der maximal möglichen Punktzahl von 147 Punkten in einem Frame, gelang im Jahr 1983 Cliff Thorburn.

In den Jahren 1995 bis 1997 fanden dann erstmals die German Masters statt. Erster Sieger des Ranglistenturniers wurde 1995 der Schotte John Higgins. Nach dessen erneutem Sieg im Finale der German Masters 1997 wurde das Turnier als Ranglistenturnier jedoch schon wieder abgesetzt. Im selben Jahr erzielte Ronnie O’Sullivan bei der Weltmeisterschaft in etwas mehr als 5 Minuten das bis heute schnellste Maximum Break der Snooker-Geschichte.

Ronnie O’Sullivan hat seit der Jahrtausendwende insgesamt 7 Weltmeistertitel gewonnen. Damit ist er zusammen mit Stephen Hendry der Rekordweltmeister der modernen Ära. 2001 konnte sich O’Sullivan dabei erstmals zum Snooker-Weltmeister krönen.

Im Jahr 2011 feierten die German Masters schließlich ihr Comeback. Seither wird das Ranglistenturnier jährlich im Tempodrom in Berlin ausgetragen. Der erste Sieger der Neuauflage war Mark Williams. Um das Turnier weiter aufzuwerten, versuchte man 2014 das Teilnehmerfeld von 32 auf 64 Spieler zu erhöhen. Der Versuch scheiterte und die Organisatoren kehrten ab 2015 wieder zum ursprünglichen Turnierplan zurück.

Bei den German Masters 2022 gab es den ersten „Whitewash“ in der Turniergeschichte, also einen „zu 0“-Sieg des Chinesen Zhao Xintong.

Bei der Snookerweltmeisterschaft 2022 triumphierte Ronnie O’Sullivan zum 7. Mal in seiner Karriere und ging zudem mit seinem Sieg als bisher ältester Weltmeister in die Snooker-Geschichte ein. Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften sehen wir O’Sullivan als Titelverteidiger wieder.

Snookerweltmeisterschaft und German Masters: DAZN Bet-Quiz

Snooker fasziniert Sportfans auf der ganzen Welt. Und auch, wenn das Spiel im deutschsprachigen Raum noch eher eine Randsportart ist, können wir die steigende Begeisterung in Deutschland nicht übersehen. Daran haben neben den Free-TV-Ausstrahlungen auch die German Masters als Ranglistenturnier einen großen Anteil. Es lohnt sich also, tiefer in die Welt des Snookers vorzudringen. Unser Quiz hilft Dir dabei!

Wie viele German Masters wurden bisher ausgetragen?

Der Weltverband WPBSA setzte im Jahr 1995 erstmals auf ein Ranglistenturnier in Deutschland. Leider wurden die German Masters nach nur drei Austragungen wieder aus der Liste der Ranglistenturniere gestrichen. Im Jahr 2011 kam es dann zum Comeback in Berlin. Seither wird das Turnier jährlich ausgetragen und findet in diesem Jahr zum insgesamt 16. Mal statt.

Wer ist Rekordsieger bei den Snookerweltmeisterschaften?

Eine vermeintlich klare Frage, die sich jedoch nicht ganz so klar beantworten lässt. Mit insgesamt 15 Weltmeistertiteln ist Joe Davis der Spieler mit den meisten Snooker-Weltmeistertiteln. Betrachten wir jedoch lediglich die moderne Ära des Sports, also alle Turniere seit der Gründung der WPBSA im Jahr 1976, sind Ronnie O’Sullivan und Stephen Hendry mit jeweils 7 Titeln die Rekordsieger bei den Snookerweltmeisterschaften.

Was war das meistbesuchte Snooker-Event der Geschichte?

Im Vereinigten Königreich liegt der Zuschauerrekord bei 2.500 Zuschauern, erreicht bei den London Masters. Im Jahr 2017 wurde diese Marke bei den Hongkong Masters erstmals geknackt und auf 3.000 Zuschauer erhöht. Da das Hongkong Coliseum, in dem das Master-Turnier ausgetragen wird, jedoch deutlich höhere Kapazitäten hat, konnte der Zuschauerrekord im Jahr 2022 auf 9.000 Zuschauer erhöht werden.

Wie setzt sich das Teilnehmerfeld der Turniere zusammen?

Sowohl bei der Snookerweltmeisterschaft, als auch bei den German Masters findet im Vorfeld des Hauptturniers ein Qualifikationsturnier statt. Bis zu 130 Spieler können an den jeweiligen Qualifikationsturnieren teilnehmen. Im Gegensatz zu den German Masters sind bei der World Snooker Championship jedoch die Top 16 Spieler der Weltrangliste für das Turnier gesetzt.

Welcher Spieler hat die meisten Maximum Breaks bei einer Weltmeisterschaft erzielt?

Die maximal mögliche Punktzahl innerhalb eines Frames liegt bei 147 Punkten. Schafft dies ein Spieler, bezeichnet man dies als „Maximum Break“. In der Geschichte des Sports ist dies bisher erst 185 Mal gelungen. Davon gehen ganze 15 Maximum Breaks auf die Kappe von Ronnie O’Sullivan. Mit jeweils 3 Maximum Breaks bei einer Weltmeisterschaft teilen sich O‘Sullivan und Stephen Hendry ebenfalls diesen Titel.