FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

Heute ist es schwer vorstellbar und nahezu undenkbar, dass es vor nicht allzu langer Zeit Verbote für den Frauenfußball gab. Wo der Sport während der Kriege Anfang des 20. Jahrhunderts noch als gern gesehene Abwechslung vom Kriegsalltag gefeiert wurde, musste er in den 1970er-Jahren einen kompletten Neuanfang starten.

In diesem Jahr kommen nun zum neunten Mal Nationalmannschaften aus aller Welt zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft zusammen. Vom 20. Juli bis 20. August 2023 findet die Weltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland statt. Und erstmals in der Geschichte des Turniers werden 32 statt bisher 24 Mannschaften an dem Turnier teilnehmen. So kann das Teilnehmerfeld auf acht Gruppen à vier Mannschaften aufgeteilt werden, von denen jeweils die beiden Gruppenersten ins Achtelfinale einziehen. So entfällt die Regelung über eine Sondertabelle für die drittplatzierten Mannschaften.

Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Spiele von 52 auf 64, was die FIFA für mehr Werbeeinnahmen und Fernsehgelder nutzen kann. Im Interesse des Frauenfußballs werden diese Mehreinnahmen jedoch auch an die Nationen weitergegeben. So setzte sich FIFA-Präsident Infantino für eine Verdopplung der bisher bestehenden Preisgelder bei der Frauen-Weltmeisterschaft ein. Das ist ein wichtiger Schritt für die Gleichberechtigung von Frauen- und Männerfußball und ein wichtiger Fingerzeig für die Zukunft.

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft: Basiswissen

  • Nach einem ersten Test-Turnier 1988 in China findet im Jahr 1991 die erste offizielle FIFA Frauen-Weltmeisterschaft statt – ebenfalls in China.
  • Seither wird alle vier Jahre eine FIFA Frauen-WM ausgetragen.
  • Mit vier von acht möglichen Titeln ist die Mannschaft aus den USA Rekordsieger. Dahinter folgt Deutschland mit zwei WM-Siegen und Norwegen und Japan mit jeweils einem WM-Titel.
  • Die Deutsche Nia Künzer erzielte 2003 mit ihrem Kopfballtor in der Verlängerung das erste und einzige Golden Goal in einem WM-Finale.
  • Erst seit 2007 schüttet die FIFA Preisgelder bei den Frauen-Weltmeisterschaften aus.
  • Die Zuschauerzahlen belegen die Beliebtheit: So besuchten über 1,3 Millionen Zuschauer die Spiele der WM in Kanada 2015. Bei der WM 1999 wurde nicht nur der Rekord für den höchsten Zuschauerschnitt von über 37.000 Zuschauern je Spiel aufgestellt, sondern auch der für die meisten Zuschauer bei einem WM-Spiel. Über 90.000 Zuschauer sahen das Finale der USA gegen China.

Die junge Geschichte der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

Die meisten Fußballfans sehen den Frauenfußball als wenig traditionsreich und neumodisch an. Dabei ist vielen nicht bewusst, dass der Frauenfußball schon Ende des 19. Jahrhunderts eine beliebte und angesehene Sportart war, die erst im Laufe des 20. Jahrhunderts aus politischen und gesellschaftlichen Gründen weniger Beachtung fand.

Besonders in England, dem Mutterland des Fußballs, war der Frauenfußball eine der Top-Sportarten. Im März 1895 besuchten über 10.000 Fans ein Frauenfußballspiel von einer England-Nord- gegen eine England-Süd-Auswahl.

In Kriegszeiten war Frauenfußball umso beliebter, da die Herren-Teams aufgrund des Kriegsdienstes den Spielbetrieb nicht fortsetzen konnten. Im Jahr 1920 fand dann das erste internationale Frauenfußballspiel statt. In England standen sich eine englische und eine französische Auswahl gegenüber, wobei die englischen Dick Kerr’s Ladies mit 2:1 siegten. Nur vier Jahre später fand das erste offizielle, wenn auch nicht von einem Verband organisierte Frauen-Länderspiel statt. Darin begegneten sich die französische und belgische Nationalmannschaft.

Nach einer langen Durststrecke aufgrund zahlreicher Verbote des Frauenfußballs kam es in den 1970er-Jahren zu einem Neuanfang. Ein neu gegründeter Verband organisierte 1970 in Italien ein internationales Frauenfußball-Turnier, an dem sieben nationale Teams teilnahmen. Auch Deutschland war bei dem „Coppa del Mondo“ vertreten, jedoch nicht mit einer Landesauswahl, sondern stellvertretend durch den SC 07 Bad Neuenahr.

Schon im Jahr 1971 gab es eine Neuauflage des Turniers. Diesmal fand es in Mexiko unter dem Namen „Mundial“ statt. Dem Vorbild folgten 1975 die asiatischen Frauenfußball-Mannschaften. Sie organisierten die erste Asienmeisterschaft der Frauen in Hongkong. In dem Turnier spielten vier Teams aus Südostasien und die Mannschaften von Australien und Neuseeland.

Den Schwung aus Asien nahm man gern auf und so fanden zwischen 1978 und 1987 vier „Women’s World International Tournaments“ statt. Insgesamt 14 Mannschaften aus aller Welt nahmen an den Turnieren teil. Deutschland wurde durch die Frauen-Meistermannschaft von der SSG 09 Bergisch Gladbach vertreten und konnte das Turnier in den Jahren 1981 und 1984 gewinnen.

Die Frauenfußball-Bewegung nahm immer mehr Fahrt auf und so kamen in kurzer Zeit neue internationale Turniere zustande. Von 1982 bis 1988 wurde fünfmal das Turnier „Women’s Mundialito“ ausgetragen. Im Jahr 1984 schaffte es eine deutsche Auswahl hier bis ins Finale, verlor dieses jedoch gegen den Gastgeber Italien.

Auch der UEFA entgingen die Entwicklungen im Frauenfußball nicht. So entscheiden sich die Organisatoren, diesem mit der ersten offiziellen Frauen-Europameisterschaft im Jahr 1984 eine europaweite Bühne zu geben. Im Finale setzte sich die schwedische Auswahl gegen England durch und kürte sich zum ersten Frauen-Europameister.

Getragen von der erfolgreichen Auferstehung des Frauenfußballs und den Erfolgen der neuen Europameisterschaft kam es auf dem 45. FIFA-Kongress im Jahr 1986 zum nächsten großen Schritt. Die Norwegerin Ellen Will rief die Funktionäre der FIFA dazu auf, den Frauenfußball weltweit stärker zu fördern. Mit dem Vorsitzenden der FIFA, Joao Havelange, erwischte sie den richtigen und hatte schnell einen starken Unterstützer an ihrer Seite.

Es folgte 1988 eine Art Test-Turnier der FIFA, bei dem die Machbarkeit einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft erprobt werden sollte. Das „FIFA Frauen-Einladungsturnier“ fand als Vorläufer der ersten FIFA Frauen-Weltmeisterschaft vom 1. bis 12. Juni 1988 in der Volksrepublik China statt. Das Turnier gewannen die Frauen aus Norwegen, die sich im Finale mit 1:0 gegen Schweden durchsetzten.

Aufgrund des großen Erfolgs des Einladungsturniers entschloss man sich im Jahr 1991, ebenfalls in der Volksrepublik China, die erste offizielle FIFA Frauen-Weltmeisterschaft zu veranstalten. Infolgedessen kam es zu einer großen internationalen Bewegung im Frauenfußball. Innerhalb kürzester Zeit stellten die einzelnen Kontinentalverbände die Qualifikationen für das WM-Turnier auf die Beine.

So traten vom 16. Februar bis zum 30. Juni 1991 insgesamt vier afrikanische Nationalmannschaften an, um die erste Afrikameisterschaft auszuspielen. Das Finale entschied Nigeria mit 6:0 gegen Kamerun für sich. Im April 1991 wurden die ersten CONCACAF Meisterschaften in Haiti ausgetragen, mit dem Ziel, die Teilnehmer des Verbands für die Weltmeisterschaft zu ermitteln. Mit 5:0 gewannen die US-Amerikanerinnen im Finale gegen die kanadische Nationalmannschaft. Ende April 1991 startete die erste Südamerikameisterschaft der Frauen, die Brasilien für sich entscheiden konnte.

Das Teilnehmerfeld für die erste FIFA Frauen-Weltmeisterschaft stand somit fest. Das Turnier in der Volksrepublik China wurde von 12 Mannschaften ausgetragen. Ein Spiel im Frauenfußball dauerte damals 80 Minuten, sprich zwei Halbzeiten à 40 Minuten. Im Fall einer Verlängerung wurde diese in zwei Halbzeiten à 10 Minuten ausgetragen. Die Mannschaften konnten bei der ersten WM auf einen Spielerkader von insgesamt 18 Spielerinnen zugreifen, von denen mindestens zwei Torhüterinnen sein mussten. Am 17. November 1991 erzielte Carolina Morace den ersten Hattrick bei einer Frauen-Weltmeisterschaft. Nur sieben Tage später übertrumpfte sie Michelle Akers und erzielte erstmals fünf Tore in einem WM-Spiel. 

Mit einem 2:1 Finalsieg gegen Norwegen wurden die US-Amerikanerinnen die ersten FIFA Frauen-Weltmeister. Das Turnier erfreute sich großer Beliebtheit und wurde auch von den Zuschauern sehr gut angenommen. So kamen zu den insgesamt 26 Spielen im Schnitt über 19.000 Zuschauer ins Stadion.

Wie bei den Männern fanden fortan auch die Frauen-Weltmeisterschaften in einem Turnus von vier Jahren statt. Die nächste Frauen-Weltmeisterschaft wurde 1995 in Schweden ausgetragen. Von nun an wurde auch die Spiellänge an die der Herren angepasst. Die Kadergröße wurde nochmals erweitert, sodass jetzt 20 Spielerinnen einer Nation an der Weltmeisterschaft teilnehmen durften, darunter drei Torhüterinnen. Nachdem man bei der ersten WM noch im Finale an den USA gescheitert war, sicherte sich die norwegische Auswahl 1995 den WM-Titel im Finale gegen Deutschland.

Zur WM 1999 führte die UEFA erstmals eine separate WM-Qualifikation ein. Zudem kam es zu einigen größeren Änderungen im WM-Regelwerk. Allen voran die berühmte Golden-Goal-Regelung, die erstmals zum Einsatz kam. Das Teilnehmerfeld wurde von 12 auf 16 Nationen aufgestockt und erstmals erhielten die Siegerinnen einen offiziellen WM-Pokal. Das Turnier in den USA ist bis heute eines der erfolgreichsten in der Geschichte des Frauenfußballs. In einem spannenden Finale setzten sich die Gastgeber gegen die chinesische Auswahl erst im Elfmeterschießen durch und gewannen ihren zweiten Weltmeistertitel. 

Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in den USA ist bis heute das Turnier mit dem höchsten Zuschauerschnitt in der Frauen-WM-Geschichte. Die 32 WM-Spiele wurden im Schnitt von fast 38.000 Zuschauern besucht.

Aufgrund des großen Erfolgs fand die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2003 ebenfalls in den USA statt. Diesmal erreichten die Gastgeber nur den dritten Platz durch einen 3:1 Sieg gegen Kanada. Das Finale selbst ist nicht nur aus deutscher Sicht bis heute denkwürdig und geschichtsträchtig. Nachdem es in einem offenen und unterhaltsamen Spiel nach 90 Minuten mit 1:1 in die Verlängerung ging, erzielte Nia Künzer in der 98. Spielminute das erste und bis heute einzige Golden Goal in einem WM-Finale. Deutschland holte durch den Treffer seinen ersten Weltmeistertitel. Nur ein Jahr später, im Jahr 2004, wurde die Golden-Goal-Regel wieder abgeschafft.

Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2007 bildete einen weiteren Meilenstein für den internationalen Frauenfußball. Bei dem Turnier in China wurden vom Weltverband erstmals Preisgelder ausgeschüttet. Das war ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung von Männern und Frauen. In den Genuss eines Preisgeldes konnten ab 2007 auch mehr Spielerinnen kommen, denn die Kader wurden erneut aufgestockt: von 20 auf 21 Spielerinnen je Nation, von denen drei Torhüterinnen sein mussten. 

Im Finale des Turniers setzte sich erneut die deutsche Mannschaft durch. Mit dem 2:0-Sieg gegen Brasilien sicherte sie sich ihren zweiten Weltmeistertitel in Folge. Der Turniersieg zählt zu einem der souveränsten der Geschichte. Das Team beendete das Turnier ohne ein Gegentor mit einem Torverhältnis von 21:0. Einen großen Anteil daran hatte sicherlich auch Torhüterlegende Nadine Angerer, die den Goldenen Handschuh für die beste Torhüterin des Turniers gewann.

Bei der WM 2011 wurden die Preisgelder weiter erhöht. Nun konnte sich der Weltmeister über 1 Million US-Dollar freuen. Dem Zweitplatzierten winkten 800.000 US-Dollar. Das Turnier in Deutschland konnte erstmals die japanische Nationalmannschaft für sich entscheiden. Im Finale setzten sich die Japanerinnen, die den Titelverteidiger aus Deutschland bereits im Viertelfinale bezwangen, mit 3:1 im Elfmeterschießen gegen die USA durch.

Mit der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada erhielt der Wettbewerb sein modernes Gewand. Die Kader der Teams wurden auf 23 Spielerinnen je Nation aufgestockt, ebenso wie das generelle Teilnehmerfeld. 24 statt bisher 16 Teams spielten künftig um den WM-Titel. Damit gab es auch erstmals Achtelfinalbegegnungen bei einem WM-Turnier der Frauen. Mit insgesamt 1.353.506 Zuschauern stellt das Turnier in Kanada den absoluten Zuschauerrekord einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. 

Nachdem sie bei der letzten WM noch im Finale gescheitert waren, sicherten sich die USA 2015 erneut den WM-Titel. Im Finalspiel gegen Japan setzten sie sich souverän mit 5:2 durch. Dabei war Carli Loyd die überragende Spielerin. Ihr gelang ein Hattrick im Finale – bis heute absoluter Rekord. Mit Christie Rampone setzte eine weitere US-Amerikanerin in diesem Spiel einen neuen Rekord. Und zwar den der ältesten Spielerin in einem WM-Finale.

Den bisher letzten Weltmeistertitel konnten ebenfalls die USA einfahren. Bei dem WM-Turnier 2019 in Frankreich bezwangen die US-Amerikanerinnen den amtierenden Europameister aus den Niederlanden mit 2:0. Mit einem 13:0 Sieg in der Gruppenphase stellten die USA zudem den Rekord für den höchsten Sieg bei einem WM-Turnier auf. Und auch ein neuer Altersrekord wurde bei dem Turnier aufgestellt. Mit über 41 Jahren ist die Brasilianerin Formiga die bis heute älteste Spielerin, die bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz kam.

Berühmte Persönlichkeiten der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

Die brasilianische Weltfußballerin Marta Vieira da Silva nahm zwischen 2003 und 2019 an insgesamt fünf Weltmeisterschaften teil. In ihren 20 Einsätzen für die brasilianische Nationalmannschaft erzielte sie ganze 17 Tore. Das ist bis heute ein Rekord. Bei der WM 2007 war sie die herausragende Akteurin des Turniers. Sie gewann mit sieben erzielten Toren den Goldenen Schuh und wurde von der FIFA zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Die WM-Rekordtorschützin ist definitiv eine der prägendsten Spielerinnen der Geschichte des Frauenfußballs.

Die US-Amerikanerin Christie Rampone ist eine Legende in ihrer Heimat. Aber auch auf internationaler Bühne hat sie sich einen Namen gemacht. Mit dem US-Nationalteam nahm sie an insgesamt fünf WM-Turnieren teil und konnte zweimal den Weltmeistertitel gewinnen. Da es bisher keiner Spielerin gelang, den Titel dreimal einzufahren, ist sie damit Teil einer großen Gruppe von Rekordtitelträgerinnen. Ein Rekord, den sie jedoch ganz allein hält, ist der der ältesten Spielerin in einem WM-Finale. Im Alter von 40 Jahren und 11 Tagen wurde sie am 5. Juli 2015 im Finale gegen Japan eingewechselt.

Zwar verzeichnet Kristine Lilly nicht den Rekord der meisten WM-Teilnahmen, dafür ist sie aber die Spielerin mit den meisten Einsätzen bei Weltmeisterschaften. In fünf Turnieren, an denen sie mit dem US-Team teilnahm, kam sie insgesamt 30-Mal zum Einsatz. Damit ist sie alleinige Rekordhalterin. Zudem konnte sie zweimal den Weltmeistertitel gewinnen.

Die Brasilianerin Miraildes Maciel Mota, kurz Formiga, konnten wir von 1995 bis 2019 bei Weltmeisterschaften bestaunen. Mit insgesamt sieben WM-Teilnahmen hält sie den Rekord für die meisten Turnierteilnahmen. In dieser Zeit kam sie auf 27 Einsätze und liegt damit nur knapp hinter Rekordspielerin Kristine Lilly. Daneben ist Formiga zudem die älteste Spielerin, die jemals bei einem WM-Turnier zum Einsatz kam. Beim Achtelfinalspiel gegen Frankreich im Juni 2019 war sie 41 Jahre und 112 Tage alt.

Rückblick: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019

Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019 zählt zu den am besten organisierten Turnieren der WM-Geschichte. Bei der Ausschreibung des Turniers konnte sich Frankreich gegen die Bewerbung aus Südkorea durchsetzen. Wie es der Zufall so will, trafen die Nationen direkt im Eröffnungsspiel am 7. Juni 2019 aufeinander. Die Französinnen konnten sich klar mit 4:0 durchsetzen und von Beginn an eine große Euphorie im Gastgeberland entfachen.

Insgesamt nahmen 24 Mannschaften an der WM in Frankreich teil. Diese wurden bei der Auslosung am 8. Dezember 2018 auf sechs Gruppen à vier Teams verteilt.

Nach dem überlegenen Auftaktsieg schaffte es die französische Nationalmannschaft, sich in der Gruppe mit zwei knappen Siegen gegen Norwegen und Nigeria an die Spitze zu setzen. In Gruppe B dominierte die deutsche Nationalmannschaft mit einem Torverhältnis von 6:0 Toren und 9 Punkten.

Eine erste Überraschung gab es hingegen in Gruppe C, wo gleich drei Mannschaften am Ende 6 Punkte auf ihrem Konto hatten. Das Nachsehen hatten hier die Brasilianerinnen, die zwar die gleiche Tordifferenz wie Australien aufwiesen, aufgrund der geringeren Toranzahl jedoch auf Platz drei landeten. Über die Tabelle der besten Drittplatzierten qualifizierten sie sich dennoch für die K.-o.-Phase des Turniers.

In Gruppe D setzten sich England und Japan gegen die Teams aus Schottland und Argentinien durch. Europameister Niederlande siegte erwartungsgemäß in Gruppe E. Ähnlich verlief es für die USA in Gruppe F. Die US-Amerikanerinnen setzten jedoch mit 18:0 Toren und 9 Punkten ein klares Ausrufezeichen.

Im Achtelfinale kam es bereits früh zum Kracher aus Sicht der Gastgeberinnen. Im Spiel gegen Brasilien konnten sie einen knappen 2:1-Sieg nach Verlängerung einfahren und das Ticket fürs Viertelfinale lösen. Dort wartete jedoch das starke Team der USA, gegen das die Franzosen mit 2:1 ausschieden. In einem weiteren spannenden Achtelfinale standen sich Ex-Weltmeister Japan und Europameister Niederlande gegenüber. Die Niederländerinnen entschieden die Partie mit 2:1 für sich und setzten sich auch im Viertelfinale gegen Italien durch.

Die weiteren Viertelfinale wurden zwischen Norwegen und England, und Deutschland und Schweden ausgetragen. Während sich die deutsche Auswahl in einem engen Match mit 2:1 geschlagen geben musste, setzte sich England ungefährdet mit 3:0 gegen Norwegen durch.

Die Halbfinal-Partien hatten es in sich und boten Spannung bis zur letzten Minute. Im Spiel England gegen USA stand es kurz vor Schluss 2:1 für die USA, als es einen Elfmeter für England gibt. Die Chance zum Ausgleich wurde jedoch von der US-Torhüterin vereitelt. Das zweite Halbfinale zwischen den Niederländerinnen und Schweden entschied sich erst in der Verlängerung. In der 99. Minute erzielt Groenen den Siegtreffer für die Niederlande.

Im Finale in Lyon lieferten sich die USA und die Niederlande vor 57.900 Zuschauern einen harten Kampf, der sich erst in der zweiten Halbzeit entschied. In der 61. Minute traf Rapinoe per Foul-Elfmeter das 1:0. Und nur wenige Minuten später machte Lavelle mit dem 2:0 den Sack zu. Die USA feiern ihren 4. Weltmeistertitel. Bei bislang erst acht ausgespielten WM-Turnieren ist das eine überragende Dominanz. 

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft: DAZN Bet-Quiz

Die Geschichte des Frauenfußballs nahm mit der Einführung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft weiter an Fahrt auf und findet Jahr für Jahr mehr Anhänger. Damit Du in Zukunft alles Wichtige über den Frauenfußball weißt, haben wir Dir im folgenden Quiz ein paar interessante Infos zusammengestellt. Teste gleich Dein Wissen zum Frauenfußball und der WM – oder baue es etwas aus!

Welche Nation ist Rekordsieger der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft?

Bisher wurden erst acht FIFA Frauen-Weltmeisterschaften ausgetragen. Von Beginn an waren die US-Amerikanerinnen das Maß aller Dinge. Sie gewannen nicht nur die erste WM in China im Jahr 1991, sondern ließen diesem drei weitere Titel folgen. Mit dem vierten WM-Titel im Jahr 2019 hat das Land die Hälfte aller Weltmeisterschaften für sich entscheiden können und ist somit klarer Rekordsieger. Deutschland folgt auf Rang zwei mit zwei WM-Titeln.

Wer ist die Rekordspielerin der Frauen-Weltmeisterschaften?

Die Rekordspielerin bei Frauen-Weltmeisterschaften ist die Amerikanerin Kristine Lilly. Sie kommt auf insgesamt 30 Einsätze bei fünf verschiedenen Weltmeisterschaften. Sie konnte in ihrer Karriere zweimal die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft gewinnen. 

Betrachten wir nur die Anzahl der gespielten Turniere, ist die Brasilianerin Formiga die Rekordspielerin der Frauen-Weltmeisterschaft. Sie nahm mit der brasilianischen Nationalmannschaft an insgesamt sieben WM-Turnieren teil.

Wer ist Rekordtorschützin der Frauen-Weltmeisterschaften?

Die mehrfache Weltfußballerin Marta ist mit 17 Toren die Rekordtorschützin der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Besonders die WM 2007 ragt dabei heraus, als die Brasilianerin mit sieben Treffern den Goldenen Schuh gewann und zudem zur besten Spielerin des Turniers gewählt wurde. Platz zwei der ewigen Torschützenliste teilen sich Birgit Prinz aus Deutschland und die Amerikanerin Abby Wambach mit jeweils 14 Toren.

Welche Spielerin ist die Rekordsiegerin der Frauen-Weltmeisterschaft?

In bisher acht WM-Turnieren konnten die USA insgesamt viermal den WM-Titel gewinnen. Allerdings gibt es keine Amerikanerin, die bei mehr als zwei der Titel im Kader stand. Somit teilen sich insgesamt 32 Spielerinnen den Titel der Rekordsiegerin bei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften. Darunter sind auch einige Spielerinnen aus Deutschland, die bei beiden WM-Siegen der deutschen Nationalmannschaft vertreten waren.

Was ist der Zuschauerrekord bei der Frauen-Weltmeisterschaft?

Bei den Spielen der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft schwanken die Besucherzahlen teilweise sehr stark. Das Spiel mit der geringsten Zuschauerzahl war die Partie Nigeria gegen Kanada 1995 vor 250 Zuschauern. Nur vier Jahre später wurde der bisherige Rekord von 90.185 Zuschauern beim WM-Finale 1999 zwischen den USA und China aufgestellt. Den höchsten Zuschauerschnitt verzeichnete man ebenfalls 1999 mit 37.319 Zuschauern pro Spiel.