Boxgürtel von IBF, WBA, WBO, IBO und The Ring

Alles übers Boxen: Geschichte, Gürtel & Verbände

Der Boxsport hat eine lange Tradition. Seine Ursprünge finden wir nämlich in der Antike. Im alten Ägypten, Griechenland und Rom wurden bereits Faustkämpfe ausgetragen, die ähnlichen Zwecken dienten wie heute: der Unterhaltung und dem Kräftemessen. Einen der ersten Auftritte hatten diese Faustkämpfe bei den antiken Olympischen Spielen im alten Griechenland – noch lange vor der Neuzeit.

Das Boxen von damals können wir allerdings nur wenig mit dem modernen Boxen vergleichen. In der alten Zeit war dieser Sport in der Regel um einiges gefährlicher, als er es heute ist. Die Regeln waren deutlich anders – oft gab es auch gar keine. Von Boxhandschuhen, Bandagen und Mundschutz war damals auch noch keine Rede.

Heute ist der Boxsport sehr viel regulierter. Es gibt ein Regelwerk, das unter anderem die Sicherheit der teilnehmenden Boxer erhöht. So sind keine Tiefschläge erlaubt und auch das Einschlagen auf einem auf dem Boden Liegenden ist heute keine gängige Praxis mehr – sondern Anlass für eine Disqualifikation.

Zudem haben sich über die Jahre zahlreiche Abwandlungen und Unterarten entwickelt. Unter anderem wären da das Thaiboxen und Kickboxen. Das klassische Boxen wird offiziell als „Englisches Boxen“ bezeichnet – vor allem, weil es eben dort im 17. und 18. Jahrhundert entstand.

Boxer und Boxerinnen können sich heutzutage bei zahlreichen Wettbewerben und Kämpfen beweisen. Es gibt nämlich nicht nur eine einzige Weltmeisterschaft, sondern gleich 4! Das Profiboxen hat sich so zu einer vielfältigen Sportart entwickelt, die auf der ganzen Welt etabliert ist. Ebenso gibt es im Amateurbereich einige Verbände, die für spannende Events sorgen. Und nicht zuletzt ist der Boxsport auch bei den Olympischen Spielen vertreten.

Weltstars wie Floyd Mayweather, die Klitschko-Brüder und Muhammad Ali gingen als Legenden in die Geschichte ein. Zudem kommen immer neue Boxer auf, die eine glorreiche Karriere vor sich zu haben scheinen. Doch wie viel weißt Du eigentlich über die spannende Historie des Faustkampfes aka Boxsports? Wir haben für Dich die wichtigsten Fakten, die interessantesten Stationen in der Geschichte und die größten Organisatoren des Boxens zusammengefasst.

Grundwissen zum Boxen

  • Beim Boxsport unterscheiden wir zwischen dem Amateur- und dem Profibereich. Je nachdem stehen verschiedene Wettbewerbe zur Verfügung. Amateurboxer haben eine eigene Weltmeisterschaft und dürfen bei den Commonwealth Games und den Olympischen Spielen mitmachen. Bei Letzteren sind seit 2006 auch Profiboxer dabei. Zudem gibt es für die Profis eine Reihe von Boxkämpfen, die von den einzelnen Verbänden organisiert werden.
  • Die heute angewendeten Queensberry-Regeln blicken auf eine lange Geschichte zurück: Das Regelwerk wurde im Jahr 1867 eingeführt. Einige Zeit lang existierte es zusammen mit Bare-Knuckle. Ab 1892 galten dann aber nur noch die Queensberry-Regeln.
  • Der professionelle Boxsport ist nicht international organisiert – der Amateurbereich dagegen schon. Während die Organisation des Profisports den einzelnen Länderverbänden obliegt, schließt die International Boxing Association (IBA) eine Vielzahl der nationalen Boxverbände zusammen.
  • Heute gibt es nicht einen Boxweltmeister, sondern mehrere. Die wichtigsten Verbände im professionellen Boxsport richten jeweils ihre eigenen Weltmeisterschaften aus und vergeben ihre eigenen Weltmeistertitel. International anerkannt sind die Weltmeistertitel der WBC, der WBA, der WBO und der IBF – damit gibt es 4 Weltmeistertitel im Profiboxen.
  • Obwohl unter anderem die WBC auch eine Meisterschaft für weibliche Profiboxerinnen austrägt, entwickelten sich in den 1990ern verschiedene Verbände für den Frauenbereich des Sports. So regulieren Organisationen wie die WIBF und die WIBA das weibliche Profiboxen.
  • In einigen Ländern wird der professionelle Boxsport bis heute mit Argwohn betrachtet – oder ist sogar illegal. Jedoch weichen immer mehr Nationen von diesen Verboten ab: Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurde Profiboxen unter anderem in Schweden, Norwegen und Kuba offiziell zugelassen.

Die lange Geschichte des Boxens

Die antiken Anfänge des Boxsports – damals noch als Faustkampf – gehen viele Jahrhunderte vor der Geburt Christi zurück. Die Wurzeln des Sports liegen vorwiegend in Ägypten, Griechenland und Rom. Im Jahr 668 v. Chr. war der Faustkampf nachweislich eine Disziplin bei den Olympischen Spielen der Antike. Damals war die Sportart allerdings noch um einiges brutaler und mit dem Boxkampf von heute kaum vergleichbar.

Das moderne Boxen, wie wir es heute kennen, entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert. Das King’s Theatre in London war einer der ersten Austragungsorte für regelmäßige Boxkämpfe. Damals kämpfte man beim sogenannte „Bare-Knuckle-Boxen“ vor allem ohne Handschuhe oder Bandagen.

 Im frühen 18. Jahrhundert waren James Figg und Jack Broughton maßgeblich an der Entwicklung des ersten offiziellen Regelwerks für den Boxsport beteiligt. Im Jahr 1743 wurden schließlich die „Broughton Rules“ eingeführt: Ab da waren keine Tiefschläge mehr erlaubt und auch das Einschlagen auf kampfunfähige Gegner war ab dem Zeitpunkt untersagt. Knapp 100 Jahre später wurde das Regelwerk durch die „London Prize Ring Rules“ abgelöst.

Nochmals weitere 100 Jahre später wurden im Jahr 1867 die Queensberry-Regeln eingeführt. Eine der extremsten Neuerungen war die Verwendung von Handschuhen. Das Regelwerk wird im Boxkampf bis heute angewendet. Über die Jahre wurde es allerdings immer wieder angepasst und es kamen mehr Regeln hinzu.

Einige Jahrzehnte lang existierte das „moderne Boxen“ mit dem neuen Regelwerk Seite an Seite mit dem Bare-Knuckle-Boxen. Teilweise gingen die Wettkämpfe auch von einer in die andere Art über. 1882 wurde unter diesen Regeln der US-Amerikaner John L. Sullivan zum ersten Weltmeister im Boxen. Im Jahr 1892 ging man dann schließlich zur alleinigen Verwendung der Queensberry-Regeln über.

In den 1900ern ging der Siegeszug des Boxsports los. Die Sportart wurde erstmals im Jahr 1904 eine Disziplin der neuzeitlichen Olympischen Spiele. Zwei Jahre später gründete sich der älteste heute noch aktive Boxverein Deutschlands für Amateurboxer: der SC Colonia 06.

1920 entstand der erste Verband für den Amateurboxsport in Deutschland. Im selben Jahr organisierte sich auch der Profibereich in den USA. Es wurde die New York State Athletic Commission (NYSAC) gegründet. Nur ein Jahr später folgte die National Boxing Association in den USA (heute World Boxing Association, kurz WBA). Die beiden Verbände konkurrierten stark miteinander und führten beide ihre eigenen Weltmeisterschaften aus. Es gab überdies Verbände auf anderen Kontinenten, unter anderem die International Boxing Union in Europa. Die waren aber bei Weitem nicht so bedeutend und einflussreich wie die US-Verbände.

Auch im Amateurbereich ging es in den 1920ern voran. Es entstand die Fédération Internationale de Boxe Amateur (FIBA), die 1946 von der Association Internationale de Boxe Amateure (AIBA) abgelöst wurde. Heute trägt die Organisation den Namen International Boxing Association (IBA) und kümmert sich neben der Amateur-Boxweltmeisterschaft außerdem um den Boxsport in den Olympischen Spielen.

Es dauerte bis 1963, bis sich ein weiterer bedeutender Verband im Profibereich gründete: der World Boxing Council (WBC). Die in Mexiko entstandene Organisation besteht bis heute und hat mittlerweile über 160 Landes- und Kontinentalverbände als Mitglieder. 

In den 1980ern kamen noch weitere Konkurrenzorganisationen hinzu. Zuerst wurde 1983 die International Boxing Federation (IBF) in den USA ins Leben gerufen. Sie entstand aufgrund von Meinungsverschiedenheiten aus der regionalen Organisation USBA. Der letzte bedeutende und international anerkannte Verband entstand 1988 in Puerto Rico: die World Boxing Organization (WBO). 

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Konkurrenzkämpfen und Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Verbänden. Boxer konnten teilweise nicht gleichzeitig die Weltmeistertitel verschiedener Organisationen innehaben und mussten oft einen Titel aufgeben, damit sie um einen anderen kämpfen durften.

Wenig später kamen einige Verbände auf, die sich auf die weiblichen Profis konzentrierten – unter anderem die 1989 gegründete Women’s International Boxing Federation (WIBF) und die 2000 entstandene Women’s International Boxing Association (WIBA).

Ein Überblick über die wichtigsten internationalen Verbände im Boxsport 

Weltweit gibt es eine ganze Reihe von Organisationen, die sich um den Boxsport kümmern. Im professionellen Boxen gibt es im Moment 4 Verbände, die international und offiziell anerkannt sind – unter anderem von der International Boxing Hall of Fame (IBHOF) in New York, aber auch untereinander. Wir stellen Dir die einzelnen Verbände im Detail vor.

World Boxing Association (WBA)

Die WBA wurde im Jahr 1921 als National Boxing Association (NBA) in den USA gegründet. Sie ist damit die Boxorganisation mit der längsten Geschichte. Die NBA entstand zuerst als Konkurrent der NYSAC. 1962 wurde sie dann in WBA umbenannt.

Die WBA organisiert zahlreiche Wettbewerbe im Profiboxbereich. Zu den wichtigsten gehören:

  • Weltmeister (WBA World Champion)
  • Interims-Weltmeister
  • Interkontinentaler Meister
  • Internationaler Meister
  • Ozeanischer Meister

Zusätzlich zu diesen und weiteren Meisterschaften gibt es den Titel als Superchampion zu gewinnen. Dafür muss ein Boxer den WBA-Titel und noch mindestens einen weiteren bei einem Konkurrenzverband erreichen. Der Boxer ist dann nicht mehr WBA-Champion, sondern „nur“ noch Superchampion.

Einige berühmte Vertreter, die den Titel als WBA World Champion für sich entscheiden konnten, waren Muhammad Ali, Joe Frazier und George Foreman.

World Boxing Council (WBC)

Der WBC wurde 1963 in Mexiko gegründet und hat bis heute seinen Sitz dort. Er galt bereits von Anfang an als einer der besten offiziellen Verbände mit dem besten Management. Über 160 Mitgliedsverbände aus Ländern auf der ganzen Welt gehören dem WBC heute an. Unter anderem können Boxer bei dem Verband bei den folgenden Kämpfen antreten und Titel gewinnen:

  • Weltmeister (WBC World Champion)
  • Lateinamerikanischer Meister
  • Mittelmeer-Meister
  • US-amerikanischer Meister
  • verschiedene Jugend-Meistertitel

Neben den Kämpfen für männliche Profiboxer werden vom WBC zudem die Female World Championships für Profiboxerinnen veranstaltet. 

Zu berühmten Ikonen des Verbandes gehören unter anderem Floyd Mayweather, Manny Pacquiao und Nikki Adler.

International Boxing Federation (IBF)

Die IBF entstand 1983 aus der regionalen United States Boxing Association (USBA) und hat ihren Sitz in New Jersey. Zu einigen der wichtigsten Wettbewerbe der IBF gehören:

  • Weltmeister (IBF World Champion)
  • Afrikanischer Meister
  • Nordamerikanischer Meister
  • Internationaler Meister
  • Jugendweltmeister

Bekannte Boxer, die in ihrer Karriere den Titel als IBF World Champion holen konnten, sind unter anderem Mike Tyson, Riddick Bowe und Evander Holyfield.

World Boxing Organization (WBO)

Die im Jahr 1988 in Puerto Rico entstandene WBO ist die jüngste der offiziell anerkannten Boxorganisationen. Der Verband hatte es in den USA zuerst schwer und agierte daher primär in Europa. Bis heute gilt die WBO als der schwächste der 4 Verbände. So traten einige internationale Boxikonen nie um den WBO-Weltmeistertitel an.

Auch die WBO veranstaltet unterschiedliche Kämpfe, unter anderem auch für Frauen:

  • Weltmeisterschaft (WBO World Champion)
  • Europe Championship
  • Latino Championship 
  • WBO Female World Champion

Zusätzlich vergibt die Organisation den WBO Super Champion. Den Titel können Profiboxer bekommen, die ihren Titel als WBO World Champion über 10 Jahre oder länger verteidigen und einige weitere Kriterien erfüllen. In die Liste der Super Champions reihen sich unter anderem Wladimir Klitschko und

Sergey Kovalev. Als WBO World Champion sind unter anderem auch Vitali Klitschko und Ramona Kühne in die Geschichte eingegangen.

Kleinere Verbände

Zusätzlich zu den obigen 4 anerkannten Weltverbänden gibt es eine ganze Reihe von weiteren, meist kleineren Verbänden und Organisationen. Keiner davon ist aber auch nur im Ansatz so einflussreich wie die großen Vier. Da wären unter anderem die International Boxing Organization (IBO), die World Boxing Union (WBU) und die Global Boxing Association (GBA).

International Boxing Association (IBA)

Gegründet als Association Internationale de Boxe Amateure (AIBA) im Jahr 1946, war dies der Verband für Amateurboxer. Heute legt die Organisation ihren Fokus auf den olympischen Boxsport. Zudem organisiert die IBA die Boxweltmeisterschaften für Amateure bei den Männern und Frauen. Über 190 Verbände gehören heute zur IBA, unter anderem auch der Deutsche Boxsport-Verband (DBV).

Frauenboxen

Im Bereich der Frauen ist der Boxsport ebenfalls international gewachsen. Zu den bekanntesten und angesehensten Verbänden gehören unter anderem die Women’s International Boxing Federation (WIBF) und die Women’s International Boxing Association (WIBA).

Boxen: DAZN Bet’s Pop Quiz

Mit seiner langen Geschichte und dem spannenden Modus ist der Boxsport eine äußerst interessante Sportart. Dabei steckt dahinter um einiges mehr, als lediglich Faustschläge blind auf den Gegner einprasseln zu lassen. Über die Jahre hat das Boxen zudem einige Weltstars hervorgebracht. Doch wie viel weißt Du über den Boxsport? Teste Dich in unserem Quiz!

Q: Wie wird man Profiboxer?

A: Profiboxer steigen fast immer zuerst im Amateurbereich des Sports ein. So erlangen sie das Können und die Erfahrung, die es für den Einstieg in den professionellen Boxsport braucht. Viele sind bereits in jungen Jahren bei ihren Heimatverbänden aktiv und boxen sich so ihren Weg nach oben. Es gibt zudem die Möglichkeit, bei den Amateur-Boxweltmeisterschaften mitzumachen – auch für die Jugend. 

Ist ein Boxer gut genug, kann er sozusagen „entdeckt“ werden. Ein Boxstall oder ein anderes Management nimmt diesen dann unter Vertrag. Bekannt ist zum Beispiel der Hamburger Boxstall „Universum Box-Promotion“, der in den 1990ern die Klitschko-Brüder unter Vertrag nahm. Danach beginnt die Profikarriere eines Boxers.

Q: Wer ist der beste Boxer aller Zeiten?

A: Der US-Amerikaner Muhammad Ali gewann als einziger in der Geschichte des Boxsports 3 Mal einen Weltmeistertitel im Schwergewicht. „The Greatest“ konnte zudem 1960 olympisches Gold holen und gilt als absolute Legende im Boxsport. Heute tritt Tyson Fury in seine Fußstapfen: Er gilt im Moment als der erfolgreichste und beste Boxer im Schwergewicht.

Auch einige deutsche Boxer konnten sich in der Sportart etablieren. Einer der ersten in der Szene war Ikone Max Schmeling. Der konnte im Jahr 1930 als einziger Deutscher einen Schwergewichtsweltmeistertitel für sich entscheiden und wird dafür bis heute als Legende gefeiert.

Q: Welcher Boxer verdient am meisten Geld?

A: Das Profiboxen ist eine Sportart, bei der es um viel Geld geht. Die Verbände vermarkten die Gegner wie Stars und verdienen bei den Veranstaltungen extrem viel. Am Ende hängt es oft von der Popularität des Boxers ab, ob der Kampf gut beim Publikum ankommt und wie viele Menschen zuschauen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die bekanntesten Weltstars unter den Boxern Beträge in Millionenhöhe verdienen. Das Magazin Forbes veröffentlichte vor einigen Jahren eine Liste der am besten verdienenden Stars – den ersten Platz nahm ein Boxer ein. Demnach verdiente Floyd Mayweather Jr. innerhalb eines Jahres knapp 300 Millionen US-Dollar.

Q: Wann wurde Boxen populär? 

A: Der Boxsport blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits Jahrhunderte vor Christus wurden im alten Rom und Griechenland Faustkämpfe organisiert, die der Unterhaltung der Zuschauer dienten. In der Zeit wurde der Sport auch bereits olympisch: Nachweislich wurde er im Jahr 688 v. Chr. zu den Olympischen Spielen hinzugefügt. 

In der Neuzeit war der Sport zuerst verpönt und teilweise sogar illegal. Das moderne Boxen entwickelte sich dann schließlich im 17. und 18. Jahrhundert. Langsam aber sicher wurde der Sport immer beliebter und verbreitete sich. Es wurden offizielle Regeln erdacht und immer mehr Verbände organisierten sich. Ab den 1980ern ging es rasant nach oben. Heute gibt es 4 Weltmeisterschaften, die unter dem Dach verschiedener Verbände veranstaltet werden.